„Muss ich meine Gasheizung bald austauschen?" – diese Frage erreicht uns als Installateurbetrieb in Wien immer öfter. Kurz gesagt: Ja, allerdings weder überstürzt noch ohne Alternativen. Ich beleuchte in diesem Ratgeber als Installateur-Meister die geltende Gesetzeslage in Österreich, zeige die einzuhaltenden Fristen, erläutere die nutzbaren Förderungen und beziffere, was Sie der Umstieg auf eine Wärmepumpe wirklich kostet.
Gasheizung in Österreich: Was sagt das Gesetz?
Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) steuert in Österreich den stufenweisen Abschied von fossilen Heizsystemen. Diese Eckpunkte sind entscheidend:
- Ab 2025: Der Einbau neuer Gasheizungen ist in Neubauten nicht mehr zulässig.
- Ab 2025: Kaputte Öl- und Kohle-Kessel lassen sich nicht mehr 1:1 gegen fossile Anlagen tauschen.
- Ab 2035: Verbot von Öl- und Kohle-Heizungen im Bestand.
- Bis 2040: Sämtliche fossil befeuerten Heizungen – Gas eingeschlossen – sind bis dahin durch erneuerbare Systeme zu ersetzen.
Für bestehende Gasheizungen bedeutet das: Sofortiges Handeln ist nicht nötig, mit der Planung sollten Sie aber jetzt beginnen. Wer früher umsteigt, kann eine höhere Förderung ausschöpfen.
Welche Fristen gelten für meine Gasheizung?
Je nach Alter Ihrer Heizanlage staffelt das EWG die Fristen folgendermaßen:
- Einbau vor 1980: Austausch bis spätestens 2030
- Einbau 1980 bis 1990: Austausch bis spätestens 2035
- Einbau nach 1990: Austausch bis spätestens 2040
Wichtig: Maßgeblich für diese Fristen ist das Baujahr der Heizanlage und nicht jenes des Gebäudes. Haben Sie Ihre Gastherme etwa 2005 erneuert, zählt sie zur Kategorie „nach 1990" – mit Austauschpflicht bis 2040.
Für Härtefälle und Ausnahmen lässt das Gesetz Spielraum: Wer unverhältnismäßig hohe Kosten nachweist oder keinen Anschluss an erneuerbare Systeme hat, kann Übergangsfristen beantragen.
Gasheizung austauschen: Welche Alternativen gibt es?
Tag für Tag beraten wir als Installateurbetrieb in Wien Kundinnen und Kunden zur passenden Alternative. Am häufigsten gefragt sind:
1. Luft-Wasser-Wärmepumpe
Die Wärmepumpe gilt derzeit als gefragteste Alternative zur Gasheizung. Sie entzieht der Außenluft Wärme und macht daraus Heizenergie – leise, effizient und förderfähig.
- Geeignet für: Reihen- und Einfamilienhäuser, immer öfter auch Mehrfamilienhäuser
- Vorteile: Frei von fossilen Brennstoffen, niedrige Betriebskosten, kräftige Förderung, mit Fußbodenheizung kombinierbar
- Kosten: 18.000 bis 35.000 Euro (inkl. Einbau), nach Förderung oft nur 4.500 bis 15.000 Euro Eigenanteil
Mehr erfahren: Wärmepumpen Wien – Installation & Wartung
2. Fernwärme
In zahlreichen Wiener Bezirken besteht die Möglichkeit eines Anschlusses an das Fernwärmenetz möglich. Wien Energie baut das Netz laufend aus.
- Geeignet für: Gebäude und Wohnungen, die am bestehenden Fernwärmenetz liegen
- Vorteile: Wartungsarm, ohne eigenes Heizsystem, Umstieg meist unkompliziert
- Kosten: Die Anschlusskosten schwanken je nach Gebäude und Distanz zum Netz
3. Fußbodenheizung mit Wärmepumpe
Wer ohnehin saniert, kann die Gasheizung durch eine Kombination aus Fußbodenheizung und Wärmepumpe ersetzen. Als Niedertemperatursystem harmoniert sie hervorragend mit Wärmepumpen und liefert eine gleichmäßige, behagliche Wärme.
Was kostet die Umrüstung von Gasheizung auf Wärmepumpe?
Mehrere Faktoren bestimmen die Kosten: der Gebäudetyp, die vorhandene Heizungsverteilung sowie der Aufwand für den Rückbau der Gasanlage.
Kostenübersicht: Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten
- Luft-Wasser-Wärmepumpe (Gerät): 10.000 bis 18.000 Euro
- Installation und Anschluss: 5.000 bis 10.000 Euro
- Rückbau Gasanlage: 1.000 bis 3.000 Euro
- Eventuelle Anpassungen (Pufferspeicher, Leitungen, Elektrik): 2.000 bis 4.000 Euro
Gesamtkosten vor Förderung: 18.000 bis 35.000 Euro
Auch mit vorhandenen Heizkörpern anstelle einer Fußbodenheizung kann sich eine Wärmepumpe lohnen – aktuelle Geräte liefern selbst bei höheren Vorlauftemperaturen ordentliche Effizienzwerte. Wir kontrollieren das vor Ort und sagen Ihnen offen, ob eine Wärmepumpe zu Ihrem Gebäude passt.
Förderungen: „Raus aus Öl und Gas" und Wiener Landesförderung
Wer in Österreich von einer fossilen Heizung auf ein erneuerbares System wechselt, wird großzügig unterstützt. Die zentralen Programme:
Bundesförderung „Raus aus Öl und Gas"
- Standardförderung: Für einkommensschwache Haushalte bis zu 75 % der förderfähigen Kosten (max. 23.000 Euro)
- Normalverdiener: Bis zu 50 % der förderfähigen Kosten, höchstens jedoch 16.000 Euro
- Förderfähig: Pelletsheizung, Holzheizung, Fernwärmeanschluss und Wärmepumpe
- Nicht förderfähig: der Tausch Gas-gegen-Gas, also etwa eine neue Gastherme
Wiener Landesförderung
Die Stadt Wien stellt über die Bundesförderung hinaus eigene Zuschüsse bereit. Eine Kombination mit der Bundesförderung ist möglich, solange die gesamte Fördersumme die tatsächlichen Kosten nicht übersteigt.
Rechenbeispiel: Wärmepumpe statt Gastherme
- Gesamtkosten Wärmepumpe inkl. Einbau: 25.000 Euro
- Bundesförderung (50 %): - 12.500 Euro
- Wiener Landesförderung: - 2.000 bis 3.000 Euro
- Eigenanteil: ca. 9.500 bis 10.500 Euro
Tipp: Förderanträge sollten vor Auftragsvergabe und Baubeginn gestellt werden. Wir unterstützen Sie bei der Antragstellung und wissen, welche Unterlagen nötig sind.
Was tun, wenn die Gasheizung jetzt kaputt geht?
Ein verbreitetes Szenario: Die alte Gastherme streikt, der Umstieg auf eine Wärmepumpe ist aber noch gar nicht geplant – wie geht es weiter?
- Reparatur: Lässt sich die Therme instand setzen, dürfen Sie sie weiterhin nutzen. Reparaturen an bestehenden Gasanlagen untersagt das EWG nicht.
- Ersatz-Gastherme: Unter bestimmten Voraussetzungen darf im Bestand noch eine neue Gastherme eingebaut werden – allerdings ohne Förderung. Details zu Kosten finden Sie in unserem Ratgeber Was kostet eine neue Gastherme?
- Notdienst: Bei Heizungsausfall im Winter sind wir als 24h-Notdienst für Sie da und finden eine Lösung – ob Reparatur oder Übergangslösung.
Gasheizung oder Wärmepumpe: Laufende Kosten im Vergleich
Über die Anschaffungskosten hinaus lohnt ein Blick auf die jährlichen Betriebskosten (Richtwerte für eine 100 m² Wohnung in Wien):
- Gasheizung: 1.200 bis 1.800 Euro pro Jahr für Gaskosten und Wartung
- Wärmepumpe: 600 bis 1.000 Euro pro Jahr für Stromkosten und Wartung
Die Wärmepumpe spart also rund 500 bis 800 Euro pro Jahr an laufenden Kosten. Auf eine Lebensdauer von 20 Jahren gerechnet summiert sich das auf 10.000 bis 16.000 Euro Ersparnis – und das obendrein zur Förderung.
Übrigens: Weitere Tipps zum Senken Ihrer Heizkosten finden Sie in unserem Ratgeber Heizkosten sparen: 7 Tipps vom Installateur.
Fazit: Jetzt planen, nicht warten
Das Gasheizungsverbot in Österreich kommt – es geht nicht um das Ob, sondern um das Wann des Anlagentauschs. Wer rechtzeitig aktiv wird, sichert sich bessere Förderungen und plant den Umstieg in aller Ruhe, anstatt unter Zeitdruck zu geraten.
Als staatlich geprüfter Installateurbetrieb in Wien beraten wir Sie herstellerunabhängig zu allen Alternativen: Wärmepumpe, Thermentausch oder Fernwärme – wir finden die beste Lösung für Ihr Gebäude.
Kostenlose Erstberatung: Rufen Sie uns an unter +43 1 99 77 080 oder nutzen Sie unseren Rückrufservice.