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Abfluss stinkt: Ursachen & was wirklich hilft

Thomas Weber Thomas Weber 7 Min. Lesezeit
Abfluss stinkt: Ursachen & was wirklich hilft
Von Thomas Weber 7 Min. Lesezeit

In Bad oder Küche zieht ein Kanalgeruch auf? Riechende Abflüsse kommen häufig vor, und dahinter stecken ganz unterschiedliche Gründe – von völlig harmlos bis hin zu ernsthaft. Als Installateur-Meister gehe ich in diesem Ratgeber die sechs häufigsten Auslöser durch und zeige Ihnen, was Sie selbst erledigen können und ab wann ein Profi ran muss.

Die 6 häufigsten Ursachen für einen stinkenden Abfluss

1. Ausgetrockneter Siphon

Das ist die mit Abstand häufigste Ursache überhaupt. In jedem Abfluss sitzt ein Siphon – das U-förmige Rohrstück direkt unter dem Ablauf. Eine kleine Menge Wasser verbleibt dauerhaft im Siphon und wirkt wie ein Verschluss, der aufsteigende Kanalgase aus der Wohnung fernhält.

Wenn ein Abfluss längere Zeit nicht benutzt wird (Gästebad, kaum benutzte Dusche, Kellerabfluss), verdunstet das im Siphon stehende Wasser nach und nach. Fehlt diese Wassersperre erst einmal, gelangen die Gerüche aus der Kanalisation ungehindert in den Raum.

Lösung: Drehen Sie einfach das Wasser auf – schon eine Minute genügt, damit sich der Siphon erneut füllt. Der Geruch ist dann augenblicklich weg. Kaum benutzte Abflüsse spülen Sie am besten regelmäßig alle 2-3 Wochen kurz durch.

2. Verschmutzter Siphon

Im Siphon sammeln sich über die Zeit Haare, Seifenreste, Fett und organische Ablagerungen. Mit der Zeit fängt dieses Gemisch an zu faulen und sorgt für üble Gerüche – und zwar selbst dann, wenn der Siphon noch voll Wasser steht.

Lösung: Schrauben Sie den Siphon ab und säubern Sie ihn. Platzieren Sie zunächst einen Eimer darunter, drehen Sie die Überwurfmuttern mit der Hand auf (bei Kunststoff-Siphons klappt das werkzeuglos) und spülen Sie das Rohr unter fließendem Wasser gründlich aus. Anschließend die Dichtungen kontrollieren und alles wieder zusammensetzen.

3. Verstopfung in der Leitung

Eine teilweise Verstopfung weiter hinten in der Leitung kann dazu führen, dass Wasser nur langsam abfließt und sich faulendes organisches Material darin festsetzt. Typisches Zeichen: Das Wasser läuft zwar ab, jedoch langsamer als gewohnt, und dazu kommt der Geruch.

Lösung: Probieren Sie als Erstes heißes Wasser mit etwas Spülmittel (in Küchenabflüssen löst das die Fettreste). Hält die Verstopfung hartnäckig, greifen Sie zum Pümpel oder lassen eine professionelle Rohrreinigung.

4. Defekter oder undichter Siphon

Wenn der Siphon einen Riss hat oder die Dichtungen porös sind, lässt sich die Wassersperre nicht mehr aufrechterhalten – das Wasser sickert langsam weg und der Geruchsverschluss arbeitet nicht mehr zuverlässig.

Lösung: Kontrollieren Sie den Siphon, erneuern Sie die Dichtungen oder wechseln Sie das komplette Bauteil aus. Im Baumarkt sind Kunststoff-Siphons für zwischen 5 und 15 Euro zu haben und in der Regel ohne Werkzeug montierbar.

5. Fehlende oder defekte Belüftung

Jedes Abflusssystem braucht eine Belüftung (Rohrbelüfter oder Entlüftungsleitung), damit beim Abfließen kein Wasser aus dem Siphon herausgesaugt wird. Strömen große Wassermengen ab (etwa aus Badewanne oder Waschmaschine), kann ein Unterdruck aufkommen, der das Wasser aus dem Siphon herauszieht.

Anzeichen: Gluckernde Geräusche während des Abfließens sowie Gerüche, die unmittelbar nach dem Ablassen größerer Wassermengen aufkommen.

Lösung: Ein Installateur rüstet hier einen Rohrbelüfter nach. Dabei handelt es sich um ein Ventil in der Abflussleitung, das bei Unterdruck Luft nachströmen lässt.

6. Problem in der Hauptleitung oder im Fallstrang

Wenn mehrere Abflüsse in der Wohnung zugleich stinken, sitzt die Ursache meist nicht im einzelnen Siphon, sondern im gemeinsamen Fallstrang oder in der Hauptleitung des Gebäudes. Infrage kommen etwa eine Verstopfung im Fallstrang, eine defekte Rückstauklappe oder Probleme im Kanalnetz.

Lösung: Spätestens jetzt sollten Sie einen Fachmann holen. Geortet wird die Ursache mittels einer Kamerainspektion lokalisiert werden.

Hausmittel gegen stinkende Abflüsse

Diese Hausmittel können Sie testen, ehe Sie den Installateur kontaktieren:

Backpulver und Essig

  1. Streuen Sie 3-4 Esslöffel Backpulver in den Abfluss
  2. Gießen Sie eine halbe Tasse Essig hinterher
  3. Lassen Sie das Ganze 20-30 Minuten einwirken (es schäumt und sprudelt dabei)
  4. Spülen Sie zum Schluss mit heißem Wasser nach

Heißes Wasser mit Spülmittel

Besonders wirksam bei Küchenabflüssen mit Fettablagerungen: Geben Sie einen Liter heißes – aber nicht kochendes – Wasser zusammen mit einem ordentlichen Schuss Spülmittel langsam in den Abfluss. Das Spülmittel löst das Fett an, das heiße Wasser schwemmt es fort.

Soda (Waschsoda)

Waschsoda (Natriumcarbonat, erhältlich in der Drogerie) wirkt kräftiger als Backpulver. Geben Sie 2-3 Esslöffel in den Abfluss, übergießen Sie es mit heißem Wasser und lassen Sie es über Nacht stehen. Am Morgen darauf gründlich nachspülen.

Wichtig: Greifen Sie nicht zu aggressiven chemischen Rohrreinigern. Solche Mittel können Dichtungen und Kunststoffrohre schädigen und belasten zudem die Umwelt.

Wann zum Installateur?

Bei den folgenden Anzeichen ist es ratsam, einen Fachmann hinzuzuziehen:

  • Der Geruch kommt trotz aller Maßnahmen immer wieder – dann liegt die Ursache tiefer in der Leitung
  • Mehrere Abflüsse stinken gleichzeitig – Problem im Fallstrang oder in der Hauptleitung
  • Gluckergeräusche beim Abfließen – Belüftungsproblem, das einen Rohrbelüfter erfordert
  • Das Wasser fließt nur noch langsam ab – fortgeschrittene Verstopfung, die professionell gereinigt werden muss
  • Geruch aus dem Bodenablauf – Bodenabläufe in Kellern oder alten Bädern haben oft veraltete Geruchsverschlüsse
  • Geruch aus der Waschmaschine oder dem Geschirrspüler – deutet möglicherweise auf einen fehlerhaften Anschluss an die Abwasserleitung hin

Abflussgerüche vorbeugen

  • Alle Abflüsse regelmäßig nutzen: Auch selten genutzte Abflüsse (Gästebad, Kellerabfluss) alle 2-3 Wochen kurz laufen lassen.
  • Abflusssiebe verwenden: Sie halten Haare und gröbere Partikel zurück, ehe diese in den Siphon geraten.
  • Kein Fett in den Abfluss: Speisefett und -öl entsorgen Sie im Restmüll und nicht in der Spüle. In den Rohren lagert sich Fett ab und entwickelt sich zur Geruchsquelle.
  • Siphon einmal im Jahr reinigen: Schrauben Sie den Siphon unter Waschbecken und Spüle ab und spülen Sie ihn durch – das kostet fünf Minuten und verhindert Gerüche wie Verstopfungen.
  • Monatliche Heißwasserspülung: Schütten Sie einmal monatlich einen Liter heißes Wasser durch jeden Abfluss, vor allem in der Küche.

Fazit

Hinter einem stinkenden Abfluss steckt fast immer eine simple Ursache – und in der Regel auch eine simple Lösung. Meist genügt es schon, Wasser laufen zu lassen oder den Siphon zu säubern. Kehrt der Geruch trotz aller Bemühungen zurück, sitzt das Problem tiefer im Leitungssystem und gehört fachgerecht vom Installateur behoben.

Hartnäckiger Geruch aus dem Abfluss? Rufen Sie uns an unter +43 1 99 77 080 – wir finden und beheben die Ursache.

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Thomas Weber
Geschrieben von Thomas Weber Installateur-Meister & Fachautor

Thomas Weber ist staatlich geprüfter Installateur-Meister bei Ihr Installateur Bozogul KG in Wien. Mit über 15 Jahren Erfahrung in Heizung, Sanitär und Gas teilt er sein Fachwissen in praxisnahen Ratgebern – verständlich, ehrlich und aus dem Arbeitsalltag heraus.

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