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Heizkosten sparen: 7 Tipps vom Installateur

Thomas Weber Thomas Weber 7 Min. Lesezeit
Heizkosten sparen: 7 Tipps vom Installateur
Von Thomas Weber 7 Min. Lesezeit

Warum Heizkosten sparen nicht Verzicht bedeutet

In zahlreichen österreichischen Haushalten zählt das Heizen zu den dicksten Brocken innerhalb der Betriebskosten. Vor allem während der Heizsaison von Oktober bis April schlägt die monatliche Gasrechnung kräftig zu Buche. Mehr Ausgaben heißt jedoch keineswegs zwangsläufig mehr Wärme – häufig verhält es sich genau andersherum: Wer durchdacht heizt, hat es nicht nur behaglicher und wärmer, sondern spart obendrein Geld.

Tag für Tag erleben wir als Installateure, an welchen Stellen Energie verpufft und welche Schritte den größten Effekt erzielen. Im Folgenden finden Sie unsere sieben schlagkräftigsten Tipps, die sich auf der Stelle in die Tat umsetzen lassen.

Tipp 1: Heizkörper entlüften – der schnellste Spareffekt

Bleibt ein Heizkörper im oberen Bereich kalt und erwärmt sich lediglich unten, hat sich Luft im System gesammelt. Solche Luftblasen sorgen dafür, dass das Heizwasser nicht durch den kompletten Heizkörper zirkuliert. Das Ergebnis: Der Raum erreicht nie die richtige Wärme, und die Therme braucht länger, bis sie die gewünschte Temperatur schafft.

So geht es: Nehmen Sie einen Entlüftungsschlüssel zur Hand – im Baumarkt für wenige Euro zu haben – und drehen Sie damit das Entlüftungsventil oben am Heizkörper auf. Stellen Sie ein Gefäß darunter und schließen Sie das Ventil erst dann wieder, wenn anstelle von Luft ausschließlich Wasser austritt. Prüfen Sie im Anschluss am Manometer der Therme den Wasserdruck und füllen Sie nötigenfalls Wasser nach.

Sparpotenzial: Wer zu Beginn der Heizsaison regelmäßig entlüftet, senkt den Energieverbrauch um bis zu 15 %.

Tipp 2: Raumtemperatur bewusst einstellen

Pro Grad, das Sie die Raumtemperatur zurücknehmen, sparen Sie etwa 6 % Heizenergie. Was zunächst gering wirkt, läuft über eine komplette Heizsaison zu einem beträchtlichen Betrag auf.

Empfohlene Richtwerte:

  • Wohnzimmer: 20–21 °C
  • Schlafzimmer: 16–18 °C
  • Küche: 18–20 °C (Herd und Backofen heizen mit)
  • Badezimmer: 22–24 °C (nur bei Nutzung)
  • Flur und Abstellräume: 15–16 °C

Beachten Sie: In selten benutzten Räumen sollte die Heizung nicht vollständig abgestellt werden. Halten Sie eine Mindesttemperatur von 14–16 °C, denn das beugt Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung vor. Hinzu kommt: Einen ausgekühlten Raum wieder komplett aufzuheizen kostet mehr Energie, als durchgehend eine Grundtemperatur zu halten.

Tipp 3: Thermostatventile richtig nutzen

Etliche Bewohner stellen das Thermostatventil auf 5, weil sie glauben, der Raum erwärme sich dadurch rascher. Dabei handelt es sich um einen verbreiteten Irrglauben. Nicht das Tempo wird über die Stufe festgelegt, sondern die angestrebte Zieltemperatur:

  • Stufe 1: ca. 12 °C
  • Stufe 2: ca. 16 °C
  • Stufe 3: ca. 20 °C
  • Stufe 4: ca. 24 °C
  • Stufe 5: ca. 28 °C

Die Stufe auf 5 zu stellen bedeutet also nicht „schneller heizen", sondern „auf 28 °C heizen" – deutlich mehr als nötig. Die richtige Einstellung liegt für die meisten Wohnräume bei Stufe 3. Mit programmierbaren oder smarten Thermostatventilen lässt sich die Temperatur in Abwesenheit automatisch drosseln und vor der Heimkehr wieder rechtzeitig anheben.

Sparpotenzial: Mit programmierbaren Thermostaten lässt sich der Heizenergieverbrauch um 10–20 % verringern.

Tipp 4: Richtig lüften – Stoßlüften statt Dauerkipp

Beim Heizen hält sich kaum ein Irrtum so hartnäckig wie der ums Lüften. Ein dauerhaft gekipptes Fenster in der Heizperiode gehört zu den kostspieligsten Gewohnheiten schlechthin. Die Mauern rund um den Fensterrahmen kühlen aus, dem Raum entweicht ununterbrochen Wärme, und die Therme heizt fortwährend nach – ein echter Luftaustausch findet dabei trotzdem nicht statt.

Die richtige Methode: Stoßlüften. Reißen Sie die Fenster 5–10 Minuten lang ganz auf – ideal gegenüberliegende Fenster für Durchzug – und verschließen Sie sie danach wieder vollständig. Da Wände und Möbel ihre gespeicherte Wärme wieder abgeben, erwärmt sich die frische Luft rasch. Optimal ist es, 2–3 Mal pro Tag nach diesem Prinzip zu lüften.

Sparpotenzial: Beim Wechsel vom Dauerkippen zum Stoßlüften lassen sich pro Heizsaison bis zu 200 Euro einsparen.

Tipp 5: Heizungsrohre und Warmwasserleitungen dämmen

In zahlreichen Altbauten ziehen sich Heizungsrohre ungedämmt durch Treppenhäuser, Abstellräume oder Keller. Wertvolle Wärme verpufft dort, ehe sie überhaupt in den Wohnräumen ankommt. Heizungsrohre nachträglich zu dämmen zählt zu den günstigsten und zugleich wirksamsten Maßnahmen.

Zur Dämmung bieten sich Rohrisolierungen aus Schaumstoff an, die der Baumarkt in unterschiedlichen Durchmessern führt. Das Anbringen geht leicht von der Hand: Man schneidet die Schalen auf, legt sie ums Rohr und fixiert sie mit Klebeband. An schwer erreichbaren Punkten oder bei Ventilen lohnt es sich, einen Installateur damit zu beauftragen.

Sparpotenzial: Sind die Kellerrohre bislang ungedämmt, lassen sich realistisch 5–8 % der gesamten Heizkosten einsparen.

Tipp 6: Regelmäßige Heizungswartung

Ist eine Heizungsanlage verschmutzt oder falsch justiert, schluckt sie weitaus mehr Energie als erforderlich. Im Zuge der jährlichen Wartung säubert der Installateur den Brenner, kontrolliert die Abgaswerte und justiert die Therme bestmöglich. Während eine gewartete Therme mit höchstem Wirkungsgrad läuft, büßt eine vernachlässigte Jahr für Jahr an Effizienz ein.

Neben der Therme gehören auch die Heizkörper regelmäßig auf den Prüfstand: Lassen sich sämtliche Thermostatventile leicht bewegen? Treten Leitungsgeräusche auf, die Luft oder eine defekte Pumpe vermuten lassen? Ist eine Erneuerung des hydraulischen Abgleichs fällig?

Der hydraulische Abgleich zählt zu den besonders effektiven Maßnahmen: Jeder Heizkörper im System wird dabei so justiert, dass er exakt die passende Menge Heizwasser erhält – weder zu viel noch zu wenig. In vielen Altbauten blieb dieser Abgleich gänzlich aus, sodass Räume nahe der Therme überhitzen, weiter entfernte hingegen zu wenig Wärme bekommen.

Sparpotenzial: 10–15 % durch regelmäßige Wartung, zusätzlich 5–10 % durch hydraulischen Abgleich.

Tipp 7: Wärme nicht blockieren

So selbstverständlich es wirkt: Wo Möbel und Vorhänge stehen, wirkt sich merklich auf die Heizleistung aus. Steht ein Sofa unmittelbar vor dem Heizkörper, hält es die Wärmeabstrahlung in den Raum zurück. Schwere, bis zum Boden reichende Vorhänge, die über den Heizkörper hängen, dämmen wie eine Isolierschicht – nur leider in die verkehrte Richtung.

Praktische Maßnahmen:

  • Mindestens 20 cm Abstand zwischen Heizkörper und Möbeln einhalten
  • Vorhänge sollten oberhalb des Heizkörpers enden oder hinter dem Heizkörper verstaut werden
  • Heizkörperverkleidungen sehen schick aus, reduzieren aber die Wärmeabgabe um bis zu 20 %
  • Reflexionsfolien hinter dem Heizkörper (zwischen Heizkörper und Außenwand) lenken die Wärme zurück in den Raum statt in die Wand

Sparpotenzial: 3–5 % durch optimale Möblierung und Reflexionsfolien.

Zusammenfassung: Alle Tipps auf einen Blick

MaßnahmeAufwandSparpotenzial
Heizkörper entlüften5 Minuten pro Heizkörperbis 15 %
Raumtemperatur senken (1 °C)sofort umsetzbarca. 6 %
Thermostatventile richtig nutzensofort umsetzbar10–20 %
Stoßlüften statt DauerkippGewohnheit ändernbis 200 Euro/Saison
Rohre dämmenMaterialkosten ca. 30–80 Euro5–8 %
Heizungswartung + hydr. Abgleicheinmal jährlich15–25 %
Möbel/Vorhänge optimierensofort umsetzbar3–5 %

Bonus-Tipp: Fenster und Türen abdichten

In Wiener Altbauwohnungen zählen undichte Fenster und Türen zu den größten Wärmeverlustquellen. Auch wenn die Fenster äußerlich tadellos aussehen, werden die Dichtungen mit den Jahren porös, und es bilden sich unsichtbare Spalte, durch die kalte Luft hereinzieht und warme nach draußen entweicht. Besonders betroffen sind Kastenfenster, die in vielen Gründerzeitbauten noch im Originalzustand erhalten sind.

Einfacher Test: Führen Sie an einem windigen Tag ein brennendes Teelicht oder ein Blatt Papier an die Fensterränder. Gerät die Flamme ins Flackern oder regt sich das Papier, herrscht ein Luftzug. Ebenso bewährt sich der bekannte „Papier-einklemmen"-Trick: Klemmen Sie ein Blatt Papier im Fenster ein. Lässt es sich mühelos herausziehen, schließt das Fenster nicht dicht genug.

Abhilfe: Selbstklebende Dichtungsstreifen aus Gummi oder Schaumstoff schlagen mit wenigen Euro pro Fenster zu Buche und werden ganz ohne Werkzeug montiert. An Wohnungstüren leistet eine Bürstendichtung an der Unterkante gute Dienste – die sogenannten Zugluftstopper. Bei Kastenfenstern kommen eigene Dichtungsprofile zum Einsatz, die zwischen die beiden Fensterebenen eingefügt werden.

Sparpotenzial: Abhängig vom Zustand der Fenster sind 5 bis 15 Prozent Ersparnis durchaus realistisch – und das bei Materialkosten von unter 50 Euro für eine komplette Wohnung.

Wann lohnt sich ein Heizungstausch?

Sämtliche aufgeführten Tipps unterstützen Sie dabei, aus Ihrer vorhandenen Heizungsanlage das Maximum herauszuholen. Trotzdem kommt früher oder später der Moment, an dem sich eine Modernisierung mehr lohnt als weiteres Feintuning. Die Frage „Reparieren oder tauschen?" drängt sich vor allem bei betagten Gasthermen auf, die bereits 15 Jahre oder länger im Einsatz sind.

Anzeichen, dass ein Tausch wirtschaftlich sinnvoll ist:

  • Alter über 15 Jahre: Gasthermen aus dieser Generation kommen häufig nur auf einen Wirkungsgrad von 80 bis 85 Prozent. Moderne Brennwertgeräte schaffen dagegen 96 bis 98 Prozent – das bedeutet bei identischer Heizleistung 10 bis 15 Prozent weniger Gasverbrauch.
  • Steigende Reparaturkosten: Sind in den vergangenen drei Jahren mehr als 500 Euro an Reparaturen zusammengekommen, spricht das für fortschreitenden Verschleiß. Als Faustregel gilt: Liegen die Reparaturkosten über einem Drittel des Neugerätepreises, fährt man mit einem Tausch wirtschaftlicher.
  • Ersatzteile schwer verfügbar: Für ältere Modelle fahren die Hersteller die Ersatzteilproduktion früher oder später zurück. Ziehen sich Reparaturen zunehmend in die Länge, weil erst Teile bestellt werden müssen, gerät die Versorgungssicherheit ins Wanken.
  • Komfortverlust: Unstete Warmwassertemperaturen, ausgedehnte Aufheizzeiten oder gehäufte Störungsmeldungen schmälern den Wohnkomfort und sind nicht selten Anzeichen einer Therme, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat.

Förderungen in Österreich

In Österreich fördern mehrere Programme den Wechsel zu einem modernen Heizungssystem. Über die Bundesförderung „Raus aus Öl und Gas" gibt es Zuschüsse, wenn fossile Heizungssysteme durch erneuerbare Energieträger ersetzt werden. Daneben hält auch die Stadt Wien eigene Förderschienen für den Tausch von Gasthermen bereit. Da sich die genauen Konditionen laufend ändern, klären wir Sie im Beratungsgespräch über die derzeit nutzbaren Fördermöglichkeiten auf und stehen Ihnen bei der Antragstellung zur Seite.

Professionelle Beratung gewünscht?

Sie würden gerne erfahren, welches Einsparpotenzial in Ihrer Heizungsanlage schlummert? Wir beraten Sie gerne – aufrichtig, praxisnah und ohne Verpflichtung. Egal ob Wartung, hydraulischer Abgleich, Fensterabdichtung oder die Überlegung, ob sich eine neue Therme rechnet: Rufen Sie uns an unter +43 1 99 77 080.

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Thomas Weber
Geschrieben von Thomas Weber Installateur-Meister & Fachautor

Thomas Weber ist staatlich geprüfter Installateur-Meister bei Ihr Installateur Bozogul KG in Wien. Mit über 15 Jahren Erfahrung in Heizung, Sanitär und Gas teilt er sein Fachwissen in praxisnahen Ratgebern – verständlich, ehrlich und aus dem Arbeitsalltag heraus.

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